Hast du deine Verspannung schon einmal als Geschenk betrachtet, als ein Päckchen, das ausgepackt werden möchte? Nicht etwas, das mal schnell wegmassiert werden soll, sondern als etwas, in dem eine wichtige Information für dein Leben ist?

Vielleicht fragst du dich jetzt: „Meine Verspannung, das, was weh tut, mich nicht mehr frei bewegen lässt, soll ein Geschenk sein? Danke auch!“ 🙂

Ich weiß, es klingt erstmal komisch. Normalerweise und ich nehme mich davon nicht aus, spüren wir den Schmerz, die Unbeweglichkeit und freuen uns, zu jemanden zu gehen, die oder der und davon befreit. Das ist ja ein ganz gesunder Reflex.

Und das war über die letzten 5 Jahr auch mein Job. Ich habe ungefähr 1000 bis 2000 Massagen gegeben, manchmal 40 pro Woche und wollte jeden Menschen von seinen Spannungen erlösen.

Bis ich kapiert habe: wirklich nachhaltig funktioniert das so nicht. Wie ich das kapiert habe? Ich habe gesehen, wie die Menschen ein paar Wochen später wiederkamen: mit ähnlichen oder immer gleichen Spannungen, die sich eben wieder im Körper aufgebaut haben. Egal, wie sehr ich mich als Masseurin angestrengt habe, sah ich keinen „Erfolg“. Die Menschen waren entspannt, glücklich und erstmal schmerzfrei, aber für mich war es unbefriedigend, weil ich den „Erfolg“, also das nachhaltige Lösen von Spannungen nicht sehen konnte.

Den meisten meiner Kunden war es nicht ganz so bewusst. Sie meinten, es sei der Stress, das lange Sitzen und man brauche regelmäßig die Entspannung. Für mich war das auf Dauer unbefriedigend zu sehen.

 

Der Verspannung auf den Grund gehen

Und hier komme ich gleich zu einem Satz, den mein Lehrer Daniel Hertlein in meiner Ausbildung bei ihm gesagt hat. Nämlich: Das einer Spannung zugrunde liegende Denken schnürt unser Herz ein.

Das bedeutet: Es gibt meist einen tieferen Grund für Spannungen.

Unser Körper ist nichts anderes als das Spiegelbild unseres inneren Menschen, unserer Gefühle und Gedanken. Spannungen bauen sich aufgrund von auferlegten Gedanken- Glaubens- und Verhaltensmustern auf. Und diese binden Energie, lassen uns nicht frei atmen und engen unser Herz ein.

 

Ein Beispiel

Damit das anschaulicher wird, möchte ich dir hier von einem Beispiel aus meiner Praxis erzählen:

Eine Kundin kam mit einer verspannten linken Schulter. Ich fragte während der Massage nach, was sie fühlt, wenn sie sich innerlich mit ihrer Schulter verbindet und dort hineinatmet, wenn sie sich für das öffnet, was an Bildern, Worten und Gefühlen zu ihr kommt.

Sie spürte die viele Arbeit, sagte, sie möchte, jedem gerecht werden. In dem Moment, in dem sie darüber gesprochen hat, wurde ihr die Ursache der Spannung bereits auf anderer Ebene bewusst. Das eine war die Arbeit, das andere das Denken, es jedem gerecht recht zu machen. Als ich gefragt habe, was dadurch in ihrem Leben nicht sein kann, wonach sie sich sehnen würde, erzählte sie, dass die Freude zur Zeit wenig Platz in ihrem Leben. Ich fragte sie, was ihr Freude bereiten würde und sie erzählte davon. Nachdem sie davon erzählte, wurde die Spannung leichter und ihr wurde bewusster, wonach sich ihr Herz sehnt und wie sie diese Prioritäten in ihrem alltäglichen Leben setzen kann.

Das waren erste Schritte, um bewusster zu bekommen, woher die Spannung kommt und welche Information für ihr Leben darin liegt. An der Stelle kann man dann noch weiter gehen, tiefer gehen, aber das sind schon die ersten Schritte für eine entspanntere Schulter.

Wenn sie nun in ihrem Alltag ist und die Schulter schmerzt, ist es möglicherweise nicht einfach nur eine Spannung, sondern sie kann sich verbinden und spürt, wonach sich ihr Körper, ihr Herz sich sehnt, zum Beispiel in dem Fall, ob das Pflichtbewusstsein sie so sehr einengt, dass Freude gerade keinen Platz mehr hat.

 

Dein Take away

Wenn wir Körperspannungen fühlen, ist das schon einmal der erste Schritt in Richtung Entspannung. Weil wir uns der Spannungen bewusst sind und uns nach einem freieren Gefühl sehnen. Wenn wir nun noch verstehen, dass die Verspannungen oft seelisch-geistige Ursachen haben und wir unseren Geist öffnen, dass die Informationen in der Spannung in Form von Gefühlen, Gedanken, Bildern etc. in unser Bewusstsein kommen dürfen, sind wir einer nachhaltigen Ent-Spannung schon einen großen Schritt nähergekommen.

Ob dann tiefere Gefühle zugelassen werden wollen, Glaubenssätze gewandelt werden möchten, welches seelische Thema damit einhergeht und wie man die Erkenntnisse in den Alltag integriert, können dann nächste Schritte sein. Und dadurch löst sich dann nachhaltig etwas nicht nur in unserem Körper, sondern in unserem gesamten Energiesystem.


Deine Verspannung ist also wie ein Geschenk, ein Päckchen, das ausgepackt werden möchte. Die Information, die darin liegt, kann deinen Körper und dein Leben um vieles erleichtern.

Ich wünsche dir viele ent-spannende Erkenntnisse!
Brigitte

 

P.S.: Was ich hier mit meiner Kundin beschrieben habe, kann du natürlich auch selbst mit dir machen: Atme und fühle in deine Spannung hinein und sei offen, für das, was zu dir kommt.