Da ich mir in meinem Leben wohl so einige Schutzschichten angeeignet habe, die mich aber Verbindungen nicht wirklich in der Tiefe haben leben lassen, liest du hier gleich zwei Geschichten, in denen die „Panzer“ aufgehen und Dämme brechen durften.

Das eine Mal war während eines Retreats mit meinem Lehrer. Ich schon sehr distanziert als ich dort ankam, auch den anderen Teilnehmern gegenüber. Mir war nicht nach Verbindung zumute und ich wollte Verbindung auch nicht wirklich zulassen.

 

An einem Tag dort in einem Satsang hat Daniel über Verbindungen gesprochen. Ich erinnere mich nicht, was genau er gesagt hat, aber seine Worte haben sich wie Schläge gegen meine Rüstung angefühlt. Etwas an mir wollte dem noch standhalten, aber die Worte kamen mit solch durchdringender Energie „bam bam bam“. Nach dem Satsang lief ich schnurstracks in mein Zimmer und ich weinte und alles brach aus mir heraus. Mein Schutz, meine Abweisung, meine Unverbindlichkeit, meine Kälte … Es dauerte, bis ich mich wieder beruhigt hatte. Und es fühlte sich danach echt gut an. Ich konnte wieder atmen, fühlte mich mir selbst wieder nah und konnte wieder Verbindungen zulassen.

Während eines anderen Retreats hatte ich das Gefühl, dass ich über eine gewisse Hürde nicht alleine drüber komme. Das habe ich Daniel so gesagt und als wir dann im Satsang waren, ging es dann los. Und ich wünschte mir fast, es nicht vorher gesagt zu haben … Daniel hat nicht aufgehört über das „Sich-schützen“ zu sprechen und darüber dass, wenn man sich permanent schützt, man die anderen Menschen auch nicht wirklich fühlt. Ich habe mich dabei sehr angesprochen Gefühlt, weil ich meinen Schutz immer so aufgebaut hatte, Menschen nur bis zu einem gewissen Grad an mich herankommen zu lassen.

Er hat nicht aufgehört davon zu sprechen und ist immer wieder auf dieses Thema zurückgekommen. Ich habe einfach nur gebetet, dass er aufhört davon zu sprechen, weil ich es irgendwie nicht mehr ausgehalten habe. Dieses Gebet wurde allerdings nicht erhört.

Ich wurde unruhig, habe mich sogar etwas hinter derjenigen, die vor mir saß versteckt – lächerlich, wenn man an die durchdringenden Worte eines Lehrers und seiner Energie denkt. Mir sind immer wieder die Tränen gekommen, dann habe ich mich wieder beruhigt, wenn er das Thema kurz gewechselt hat, dann hat es wieder in mir angefangen zu arbeiten als er erneut darauf zurückkam. Als der Satsang zu Ende war und sobald Daniel den Raum verlassen hat, ist es aus mir herausgebrochen, dass ich nur noch geweint habe. Vom körperlichen Empfinden her war es so, als hätte er während des Satsangs durch seine Worte, durch das, was mit seinen Worten mitkam permanent gegen die Schutzmauer in mir gerüttelt und gepuncht. Gegen das, was auch nicht zu meinem wahren Wesen gehört.

Und so schmerzhalft es in dem Moment auch war, so vollkommen in Ordnung war das auch, weil ich es ja selbst vorher wollte und ich dadurch von etwas loslassen konnte, was ich nicht mehr gebraucht habe, was mir in Verbindungen nur noch im Weg stand. Das eine ist zwar eingebrochen, dafür durfte etwas anders nun aufblühen.