Wer oder was ist Shakti?

Es ist nur ein Name für die Energie und kosmische Kraft, die uns und alles um uns herum belebt. In Indien wird sie Shakti genannt, im Taoismus „Chi“, im deutschen  würde ich es Lebensenergie, universelle Energie oder kosmische Kraft nennen.

Shakti wird häufig als weibliche Gottheit dargestellt, die sich mit der männlichen Gottheit Shiva vereint. Ich möchte hier nur weniger über die Gottheiten sprechen und auch weniger auf das Weibliche oder Männliche eingehen, sondern vielmehr auf das für uns oder für dich direkt Greifbare, Erlebbare.

In Indien und im Taoismus (dort wird sie als „Chi“ bezeichnet) ist Shakti der dynamische Aspekt des Göttlichen, die in uns ist, aber auch den gesamten Kosmos belebt, eine allumfassende Lebensenergie – das Wunder allen Lebens.

Sie ist die Energie, die alles belebt und nicht vergeht.

 

Wie erleben wir diese Energie?

Shakti kannst du bei jedem Atemzug bemerken. Shakti lässt dich atmen. Shakti lässt dein Herz schlagen, sie lässt das Blut durch deinen Körper pulsieren. Shakti lässt dich fühlen, tanzen, lachen, weinen. Alles, wo Energie fließen darf, ist belebt von ihr. Dort, wo die Energie nicht fließt, ist Shakti gebunden.

Das bedeutet: halten wir Gefühle in uns, also weinen wir nicht, wenn wir traurig sind, lachen wir nicht, wenn wir etwas lustig finden, unterdrücken wir Angst, Freude, Wut und so weiter, blockieren wir den Energiefluss in uns. Und das können wir spüren. Ganz körperlich, weil wir uns in manchen Bereichen verspannt oder blockiert fühlen, erschöpft sind oder emotional, wenn wir uns zum Beispiel gar nicht mehr erinnern können, wann wir zuletzt geweint oder gelacht haben.

Sehr intensiv können wir diese wunderschöne Kraft in der Sexualität erleben.

 

Wie können wir nun diese Energie wieder zum Fließen bringen bzw. auf längere Sicht dafür sorgen, dass sie frei fließen kann?

  • Eine sehr naheliegende Möglichkeit ist, dass wir mit unserer Aufmerksamkeit beim Atem sind. Dass wir unserem Atem mehr Aufmerksamkeit schenken als unseren Gedanken. Sobald wir das tun, können wir körperlich sofort spüren, wie sich die Energie in unserem Körper verändert. Das können wir in unserer Meditation tun, dort können wir es erstmal besonders gut wahrnehmen, weil wir wenig Ablenkung haben und die aufrechte Körperposition den Energiefluss unterstützt, aber wir können es auch in unserem Alltag erleben.

  • Eine weitere Möglichkeit ist, dann zum Beispiel in der Meditation, alles da sein zu lassen, was in unserem Geist und in unserem Herzen auftaucht. Wir lehnen keinen Gedanken ab, kein Gefühl, keine Körperempfindungen. Indem wir uns so sein lassen, lassen wir das Leben in uns sein. Wir unterdrücken nichts, wir lenken uns nicht ab, aber wir verstärken auch nichts, indem wir uns darauf fokussieren und lernen den Fluss des Lebens, die Impulse des Lebens in uns kennen.
  • Dabei können wir auch die unterschiedlichsten Ursachen kennenlernen, die es in uns womöglich nicht zulassen, dass die Energie frei fließen kann, also warum wir manche Emotionen und Gedanken, die unterschwellig da sind, vielleicht gar nicht erst auftauchen, also ins Bewusstsein, kommen lassen.
  • Yoga-Asanas aktivieren Shakti permanent. In Asanas stimulieren wir durchgehend den Energiefluss – wenn wir uns auf den Atem ausrichten, im Körper und Fühlen sind und der Körper immer tiefer loslassen kann.
  • Energieübertragungen eines spirituellen Lehrers oder Mediums können ein Feuerwerk der Shakti in unserem Körper verursachen. Und da spreche ich aus Erfahrung, weil ich das seit Jahren bei meinem Lehrer erleben kann. Es wird dabei – zumindest, wie ich es erlebe – göttliche Energie übertragen – durch einen Blick, durch Handauflegen, durch Worte –, die auf die göttliche Energie in mir trifft, sie aktiviert und dieser hilft, sich immer freier im Körper zu bewegen.

 

Sie macht sich den Weg frei

Je nachdem wie blockiert ich bin oder was ich dieser Energie in den Weg stelle, also auch unbewusst, umso intensiver ist der körperliche Prozess, weil die Energie an die Blockaden stößt. Je freier die Energie fließen kann, umso feiner wird es und umso sanfter ist der körperliche Prozess.

Und insbesondere in diesem Prozess, werden unsere Blockaden ganz deutlich sichtbar und fühlbar. Also wenn der Körper zuckt oder sich aufbäumt oder wie auch immer, kann ich nicht leugnen, dass etwas die Energie in mir blockiert 😊und zugleich ist die Energie schon da und versucht, die Blockaden zu lösen.

Was dann bei mir häufig der Fall ist, ist, dass dann schon ein Schmerz auftauchen kann und fühlbar wird, vielleicht auch mal ein Lachen, ein Stöhnen, was auch immer, aber der Fokus liegt nicht darauf. Sobald ich nämlich in dem Prozess versuche nachzudenken, oder an etwas festzuhalten, stoppe ich sofort den Energiefluss. Verbinde ich mich mit der Energie, gebe mich ihr hin, kann sie sozusagen all meinen – ich benutze mal das unschöne Wort – „Müll“ nach oben an die Oberfläche schieben. Und wenn ich sage, mich ihr hingeben, beinhaltet das natürlich ein gewisses Vertrauen. Ein Feld des Vertrauens, das durch denjenigen, der die Energie überträgt geschaffen ist und / bzw. das ich in diesen Prozess habe und das sich bei mir zumindest lange Zeit entwickelt hat durch immer wieder diese Prozesse und meine eigene Meditationspraxis.

 

Reinigung und neue Möglichkeiten tun sich auf

Das, was ich hier beschreibe, ist wie eine Reinigung. Alles, was nicht zu mir gehört, was nicht wahrhaftig ist, wird hinweggespült. Sie befreit Körper und Seele.

Alle negativen Emotionen, limitierenden Denkmuster und karmischen Verhaftungen werden gereinigt. Das kann eben manchmal auch schmerzvoll sein, da es bedeutet, sich von etwas zu trennen, was man bisher nicht loslassen wollte. Aber es ist unglaublich befreiend. Und ein Segen, wenn sich diese Dinge verabschieden dürfen.

Weil es zum einen so leicht wird in einem und heilend auf allen Ebenen – psychisch, emotional, körperlich, seelisch wirkt und auf einmal gelebt werden kann, was vorher nicht gelebt werden konnte oder überhaupt nicht als Möglichkeit präsent war. Bei mir war es zumindest nach den Behandlungen so. Da erinnere ich mich zum Beispiel an eine ganz intensive Energiebehandlung, in der mein Körper viel ausagiert und losgelassen hat. Davor habe ich Menschen vorher kaum berührt und Nähe nur selten (außer mit meinem Partner) zugelassen.  Ein paar Tage snach der Behandlung habe ich mich zu einer Massage-Ausbildung angemeldet.

Was ich damit meine, ist, dass mit dem Befreien dieser Energie sich viele Möglichkeiten im Leben eröffnen, die es vorher nicht gab oder die zumindest nicht erlebbar, fühlbar, greifbar waren.


„Shakti weiß genau, was sie zu tun hat.
Daher ist es notwendig ihr all den Raum zu geben, die sie für ihre Entfaltung braucht.“
(Daniel Hertlein)

 

Dein Take away

Und das ist das Wunderschöne an dieser Energie und weshalb ich dich mit diesem Blog inspirieren oder unterstützen möchte: sie ist so unglaublich intelligent. So intelligent, wie unser gewöhnliches Denken oder Bewusstsein nie sein können. Und so schöpferisch. Je mehr wir mit ihr verbunden sind und ihr vertrauen, umso mehr wird sie unser Leben mit Ideen anreichern und uns darin unterstützen, unser Leben heilsam und kreativ zu gestalten.

 

Deine Brigitte