Die sexuelle Urkraft ist eine unglaublich starke und schöpferische Energie.
Je freier sie in dir fließen kann, umso mehr Energie steht dir zur Verfügung, um dein Leben kreativ und erfüllend zu gestalten.

Energetisch betrachtet

Die sexuelle Kraft ist eine der größten Kräfte im Universum. Und in unserem Körper erlebt ebenfalls eine der intensivsten. Wir sind aus dieser Kraft entstanden, aus dieser Kraft wurden wir gezeugt. Sie ist schöpferisch, bringt Leben hervor.
Je freier sie sich in uns bewegen kann, umso ausgeglichener ist unser Energiesystem. Blockieren wir sie – vielleicht auch unbewusst – steht uns diese Energie zum einen nicht zur Verfügung, zum anderen fehlt uns die Energie, die wir dafür verwenden, um sie zu unterdrücken.
Also schon rein aus energetischer Sicht betrachtet, macht es Sinn, uns mit unserer Beziehung zu Sexualität auseinanderzusetzen. 🙂 Und mit Auseinandersetzen meine ich, sie zu hinterfragen und zu erspüren.

Und die gute Nachricht ist: du brauchst nicht unbedingt einen Partner, um diese Kraft immer mehr in dir zu befreien. Vielleicht fragst du dich jetzt: „Wie kann sie sich denn immer mehr oder noch mehr befreien?“

Frage dich und erkenne. Mehr gibt es (erstmal) nicht zu tun.

Heute möchte ich dir ein paar Fragen stellen, die ich mir immer wieder gestellt habe und weiterhin stelle, die mich erkennen lassen, was möglicherweise mich im Leben meiner Sexualität behindert bzw. wo ich ansetzen kann, damit sich manche Schranken lösen können.
Bei den Fragen geht es nicht gleich darum, sie sofort zu beantworten oder es gleich verändern zu wollen, wenn du dich blockiert fühlst, sondern tatsächlich erstmal einfach nur zu bemerken und zu fühlen. In dem Erkennen selbst kommst du dem Lösen einer Blockade schon einen Schritt näher.

 

Wo lebst du die Verbindung schon? Wo könnte sie noch freier fließen? Lerne dich einfach kennen.

– Welche Beziehung hast du zu deinem Körper? Und speziell: wie erlebst du deinen Beckenraum?

– Wie frei erlaubst du dir, deine Sexualität zum Ausdruck zu bringen? Darüber zu lesen oder zu sprechen?

– Wie denkst du über Sexualität? Also welche Konditionierungen bezüglich Sexualität trägst du in dir? D. h. wie hat dich deine Kindheit geprägt? Wie hast du es bei deinen Eltern gelebt gesehen? Welche gesellschaftlichen Konstrukte hast du dir angeeignet?

– Welche Erfahrungen hast du in deinem Leben bisher gemacht?

Vielleicht hast du bei einigen Fragen sofort spontan ein Gefühl oder eine Antwort. Schau einfach, was in dir in Resonanz geht. Und wie gesagt, es geht heute in erster Linie darum, dich kennenzulernen und nicht gleich etwas anders haben zu wollen.

 

Wie ist deine Beziehung zu deinem Körper, zu deinem Beckenraum?

Wie ist deine Beziehung zu deinem Körper? Wie fühlst du dich? Was an dir kannst du gut annehmen? Was nicht? Was würdest du gerne verändern? Wie gehst du mit deinem Körper um? Berührst du dich bewusst? Auch hier tatsächlich nur bemerken. Und wo du dich nicht annehmen kannst, erstmal nur bemerken, dass du dich nicht annehmen kannst, ohne es gleich anders haben zu wollen.

Dann gehe mit deiner Aufmerksamkeit zu deinem Beckenraum. Schenke dir jetzt oder nach dem Lesen oder heute Abend vor dem Einschlafen ein paar Minuten Zeit, um deinen Körper zu entspannen und dich innerlich mit deinem Beckenraum zu verbinden. Du kannst auch gerne deine Hände auf den Bereich legen und dann erstmal nur spüren, ob du da hineinatmen kannst, wie belebt dieser Bereich ist. Fühlt er sich fest oder weich an? Kann sich der Atem dort bewegen? Welche Gedanken, Bilder, Gefühle hast du, wenn du dich mit dem Bereich verbindest?

 

Wie frei erlaubst du dir, deine Sexualität zum Ausdruck zu bringen? Darüber zu lesen oder zu sprechen?

An dieser Stelle ein paar Beispiele, die ich von mir und anderen kenne: Ist es dir peinlich in der Öffentlichkeit darüber zu sprechen? Aus Angst jemand könnte mithören? Naja, gerade beim Thema Sexualität werden die Ohren um uns herum meist größer, gerade weil noch immer wenig darüber gesprochen wird … aber man könnte ja auch denken, „Na gut, vielleicht inspiriere ich ja die Leute am Nachbarstisch.“ oder jemand neben mir in der U-Bahn denkt, „Zum Glück habe nicht nur ich dieses Problem“. Oder wie auch immer.

Ansonsten: sprichst du mit deinen Kumpels oder Freundinnen darüber? Und wenn ja, wie weit darf es gehen? Oder stellen wir gerade die interessanten Fragen nicht, weil es zu intim werden könnte?

Mir hat es geholfen, zu denken, dass ich ja auch frage, ob jemand schon einmal Erfahrungen mit dem und dem Auto gemacht hat oder was eine andere Frau bei Schmerzen während der Periode einnimmt oder welche Zutat in dem Essen ist, das mir gerade besonders gut schmeckt. Also warum nicht erzählen, fragen, was die Sexualität betrifft? Wir können uns ja gegenseitig unglaublich inspirierenI

Mich hat es zum Beispiel noch mehr geöffnet, mir Podcasts über Sexualität anzuhören, wo einfach über alles gesprochen wird. Wo kein Blatt vor den Mund genommen wird. Und sich mir dadurch überhaupt erst manche neuen Bereiche in der Sexualität eröffnet haben, über die sonst nicht gesprochen wird. Seitdem fällt es mir selbst noch leichter, darüber zu sprechen. Wobei dem Gegenüber natürlich immer freigestellt ist, auf Fragen zu antworten. Aber bisher haben sich alle gefreut, auch mal von sich etwas aus diesem Lebensbereich erzählen zu können.  

  

Wie denkst du über Sexualität? Also welche Konditionierungen bezüglich Sexualität trägst du in dir? D. h. wie hat dich deine Kindheit geprägt? Wie hast du es bei deinen Eltern gelebt gesehen? Welche gesellschaftlichen Konstrukte hast du dir angeeignet?

Das ist ein sehr umfassendes Thema, dem ich sicherlich noch einen Extra-Artikel widmen werde.

Gerade, was Sexualität betrifft, begegnen mir in meinen Gedanken und/oder in Gesprächen mit Anderen Sätze wie „Das macht man nicht.“ Oder „Das darf man nicht.“ Naja, also wer ist „man“ und „wieso nicht?“. Zumindest mal in Frage stellen.

Auch das Thema, das wir gerade hatten, dass man über Sexualität spricht. Es ist doch auch ein Bereich unseres Lebens.

Also wie wurden wir erzogen, wie hat die Gesellschaft uns geprägt? Oder auch das Land und der Kontinent, in dem wir leben? Mir hat mal jemand ein Video gezeigt, in dem ein Mann, ich glaube aus dem Osten, interviewt wurde, der ziemlich viele Frauen hatte. Und er hat dann dem Reporter die Frage gestellt, wie viele Frauen er denn hätte. Als dieser sagte eine, konnte der Mann gar nicht mehr aufhören zu lachen und klopfte ihm liebevoll, aber auch voller Mitgefühl auf die Schulter.

Was ich damit sagen will: treten wir aus unserem gewohnten Umfeld heraus, wird es schon ein paar hundert Kilometer weiter anders gelebt.

Also, was sind unsere Konzepte und wollen wir sie kennenlernen, um auch darüber hinauszugehen? Um kennenzulernen, wie wir was leben möchten? Und nicht „man“. Um das zu erfühlen? Aber dann geben wir uns überhaupt die Möglichkeit, das auszuprobieren. Sonst sind die Grenzen in unserem Geist ja sehr eng gesetzt.

  

Welche Erfahrungen hast du in deinem Leben bisher gemacht?

Die Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben, prägen uns. Insbesondere in Verbindung mit einem Partner oder den Partnern. Wurden wir verletzt, werden wir uns in Zukunft wahrscheinlich schützen, waren wir dem Partner sexuell zu wenig, können wir denken, wir haben halt kein Lustempfinden. Waren wir dem Partner in unserer Leidenschaft oder was auch immer zu viel, versuchen wir uns beim Nächsten oder bei der Nächsten vielleicht zurückzuhalten, weil wir nicht überfordern wollen. Beides sind Beispiele, die ich erlebt habe und die mich tatsächlich lange Zeit begleitet haben.

Bis ich andere Erfahrungen gemacht habe und dann im Kopf etwas passiert ist, wie „Ah, ich bin gar nicht zu viel …“ in meiner Lust oder meinem Bedürfnis nach Nähe und Körperlichkeit oder was auch immer … Was dann aber tatsächlich davor wie ein Herantasten und Beobachten war. Also ich zeige einen Teil davon und schaue, wie es angenommen wird, ich zeige mehr und schaue wieder … bis ich gemerkt habe, hey alles okay, alles normal. Inzwischen teste ich das nicht mehr aus. Aber damals war das so.

Was ich damit sagen möchte, ist, welche Erfahrungen haben wir gemacht? Mit wem, in welchem Umfeld?

Und was schlussfolgern wir vielleicht daraus? Und zu bemerken, dass unsere Schlussfolgerung wie bei mir das „Ich bin zu wenig.“ oder „Ich bin zu viel.“ nur ein Blickwinkel von mir ist und sich mit einem anderen Menschen, in einem anderen Umfeld alles schon ganz anders anfühlen kann.

D.h. meine Erfahrungen sind erstmal meine Erfahrungen, die sich aber sofort ändern können. Und sich auch unabhängig davon verändern können, wenn wir meditieren, wenn wir nach innen schauen und bemerken, dass das nur weitere geistige Konstrukte sind, die wir uns angeeignet haben und die uns unnötig begrenzen, wenn wir sie in uns halten.

 

Dein Take away

Bemerke im Alltag, wie deine Beziehung zu deinem Körper ist, wie du über Sexualität denkst, sprichst, wie sehr dich deine bisherigen Erfahrungen, deine Umgebung geprägt und beeinflusst haben.
Bemerke erstmal nur.

Das Erkennen deiner Prägungen, Erfahrungen, mentalen Strukturen öffnet schon eine Türe zu weiteren Möglichkeiten.

Happy freeing,
Brigitte