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About B110381Nickel

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Kann die Energie frei fließen oder versuchen wir uns „passend“ zu machen?

Der Körper ist ein unglaublich authentischer Begleiter. Er bringt sich sehr ehrlich zum Ausdruck, wenn etwas „passt“ oder „nicht passt“. Nur, erlauben wir uns, auf ihn zu hören? Oder meinen wir, es besser zu wissen, ihn zu manipulieren, uns passend machen zu müssen?

In diesem Artikel möchte ich auf ein Thema eingehen, das mich über sehr viele Jahre begleitet hat. Ich habe zwei Partnerschaften gelebt, in denen meine sexuelle Energie nicht gut fließen konnte. In diesen Jahren habe ich das Vertrauen zur Natürlichkeit dieser Energie und zur Sprache meines Körpers zum großen Teil verloren. Viele Fragen und ein Gefühl des Nicht-richtig-seins blieben zurück und ich habe einige Zeit und viel innere Arbeit gebraucht, um wieder zu meiner Natürlichkeit zurückzukehren.

Vielleicht hilft dir und inspiriert dich dieser Artikel auf deinem Weg oder in deiner momentanen Situation.

Mal „zu wenig“, mal „zu viel“ – über das Forcieren und Zurückhalten der Energie

Uns anders haben zu wollen, an uns herumzudoktern, bringt nicht sehr viel außer noch größere Blockaden. Je mehr ich das nämlich getan habe, umso weiter entfernte ich mich von meiner Natürlichkeit und die Energie konnte kaum noch fließen. Mir hat es also zumindest weder Heilung, eine erfüllte Beziehung oder die Befreiung der Energie gebracht.

In einer sehr langjährigen Beziehung, die auf zwischenmenschlicher Ebene super lief, konnte ich mich für meinen Partner sexuell nicht mehr tief öffnen. Egal, was wir ausprobiert haben – auf zwischenmenschlicher oder körperlicher Ebene, wie Unterwäsche, Übernachtung in einem Hotel mit erotischen Zimmern, Massagekure und -videos, entspannende Urlaube und vieles mehr … es war nicht sehr viel zu machen. Es war okay für uns, aber eben nur okay. Bis die Energie für mich nicht mehr spürbar war. Ich fühlte mich über sehr lange Zeit wie abgeschnitten von meinem Unterleib. Die Yoga- und Meditationspraxis und insbesondere mein Lehrer haben mich das immer wieder spüren lassen.

Damals habe ich mich noch nicht viel mit anderen Menschen über Sexualität ausgetauscht und bin entweder davon ausgegangen, dass ich „falsch“ bin oder dass ich einfach ein Mensch mit wenig Lust bin. In den Gesprächen, die ich hatte, wurde das „Falschsein“ noch bestätigt – im Nachhinein betrachtet von Menschen, die selbst ihre Sexualität nicht erfüllend lebten. Da ich in meiner Familie sah, dass man deswegen trotzdem zusammenleben konnte, haben wir uns eine Weile damit abgefunden. Bis ich immer depressiver wurde und es meinem Partner gesundheitlich immer schlechter ging.

Da wir beide spirituell praktizierten und von unseren Lehrern immer wieder auf diesen Zustand angesprochen wurden, konnten wir nicht umhin, uns dem zu stellen.

Auf Anraten meines Lehrers habe ich eine Woche bei einer Freundin verbracht, die mir ein Zimmer ihrer Wohnung zur Verfügung gestellt hat. Sobald ich dort war, spürte ich meinen Unterleib wieder und meine volle Lust. Wow. Das war sehr beeindruckend. Ich genoss es, diese Lebendigkeit in mir wahrzunehmen, es war ein völlig neues Lebensgefühl. Als ich nach dieser Woche wieder in die gemeinsame Wohnung meines Partners und mir zurückkam, fühlte ich ab dem Bauchnabel abwärts wieder nichts mehr, es war wie tot dort unten.

Wir versuchten es dennoch eine Weile, weil wir uns nicht trennen wollten. Aber mein Körper wollte nicht. Das Gefühl, nicht zu „funktionieren“ oder nicht „richtig“ zu sein, war immer präsent. Selbst wenn in der anderen Wohnung oder bei der Energiearbeit meines Lehrers die volle Lebendigkeit erlebbar war. Zu akzeptieren, was der Körper mir zeigte, fiel mir damals gar nicht leicht. Ich spürte nun, dass körperlich alles passte, dachte aber, ich sei falsch, weil ich es in der Beziehung nicht hinbekomme.

Hier schreibe ich nur aus meiner Perspektive. Aber für meinen Partner war es mindestens ebenso quälend und das war mir bewusst. Er wusste nicht, wohin mit der Energie, wurde immer wieder von mir zurückgewiesen, musste die Energie unterdrücken …

Heute sind wir beide glücklich. Er hat eine wunderbare Frau und ein Kind und ich lebe frei meine Körperlichkeit.

Mein Lernen sollte in dieser Phase offensichtlich weitergehen 😊, denn so kam ich von dem einen Extrem bald in ein anderes Extrem. Ich war recht bald mit einem anderen Mann zusammen, bei dem mein Körper reagierte, wie ich es die Jahre davor lange nicht mehr erlebt habe. Auf ganz natürliche Weise, ohne Bemühungen. Im Laufe dieser Beziehung entwickelte es sich allerdings bald wie in meiner Beziehung davor, nur mit getauschten Rollen. Ich wollte und konnte körperliche Nähe leben, aber mein Partner eher weniger.

Ich kann leider gerade wieder nur aus meiner Perspektive schreiben. Was zurückblieb, als er sich von mir trennte, war ein Gefühl, einem Mann mit all meiner Lust und Leidenschaft nun zu viel zu sein.

Das Gefühl, als Frau und in meiner Sexualität „zu wenig“ oder „zu viel“ zu sein, hat mich lange geprägt. Ich habe nach diesen beiden Beziehungen erstmal viel praktiziert, Meditation, Yoga, mein Herz ergründet, mich von meinem Lehrer begleiten lassen und meine Sexualität mit mir genossen. In dem Genießen der Sexualität mit mir selbst, habe ich mich sehr gut kennengelernt, energetisch mit mir selbst gearbeitet und immer mehr zu mir und meiner Natürlichkeit zurückgefunden.

Als ich so bei mir war, traf ich einen Mann, bei dem ich alles sein konnte: zurückhaltend, leidenschaftlich, verletzlich, lustvoll, alle Facetten, die gerade da waren. Wir verlebten viele Stunden über Monate hinweg auf körperlicher Ebene miteinander. Stunden, in denen bei mir viel heilen konnte. Auch wenn ich all meine mir bis dahin bekannten Facetten in mir angenommen hatte und gut mit meiner Sexualität sein konnte, war es doch unglaublich heilend, nährend und euphorisierend, dies auch mit einem Mann zu teilen, der das ebenfalls genoss.

 

Wie Erfahrungen zu Glaubenssätzen werden, die die Energie ebenfalls blockieren

Während meinen Beziehungen haben sich in mir Überzeugungen entwickelt und aus diesen Überzeugungen bestimmte Emotionen. Die Überzeugungen aus der ersten Beziehung, wie „Ich bin falsch“, „Bei mir fließt die Energie halt eben nicht“, „Ich bin zu wenig“, „Ich muss mit einem Mann schlafen, damit zumindest er sich nicht zurückhalten muss“ und wahrscheinlich noch einige mehr haben sich immer mehr festgesetzt und Emotionen wie Resignation, Wut auf mich und den Mann und Traurigkeit ausgelöst. In der darauffolgenden Beziehung kamen Überzeugungen hinzu wie „Meine Leidenschaft ist zu viel“, „Ich bin nicht attraktiv“ und so weiter.
All das, weil ich eigentlich der Weisheit der Energie und meines Körpers nicht vertraut habe. Beide Verbindungen waren nicht als Beziehungen für mich gedacht und das konnte ich nicht klar fühlen oder akzeptieren. Daraus schlussfolgernd habe ich mich für beide Männer versucht, passend zu machen – was natürlich und zum Glück nicht funktioniert.

Das Alleinsein und das Praktizieren mit meiner Energie, das Mich-kennenlernen und Sein-lassen haben letztendlich wieder das Vertrauen in mich und die Intelligenz der Energie und des Körpers wachsen lassen. Ich suchte dadurch nicht im Außen nach einem „Ok“ und konnte mich vielmehr mit mir selbst vertraut machen.  Aus dem heraus konnte ich dann anderen Männern klarer begegnen, spüren, was mir gut tut, was in der Verbindung möglich ist, ohne mich dabei richtig oder falsch zu fühlen. Die Erfahrungen des Ok-seins in Verbindung halfen mir natürlich dennoch noch mehr, die Glaubenssätze aufzulösen und ein heilsames Beisammensein zwischen Frau und Mann zu genießen, in dem alles natürlich fließen darf.

 

Meine Learnings

Was ich in dieser Zeit am meisten gelernt habe, ist aufzuhören an mir herumzudoktern, mich anders haben zu wollen als ich bin, zu denken, meinen Körper manipulieren zu können, meine Energie kennenzulernen und dem zu folgen, wo meine Energie hinmöchte, wo bzw. mit wem sie in Resonanz geht und heilsam gelebt werden kann. Darauf zu achten, welche Signale mir mein Gegenüber sendet und ehrlich in mich und die Situation hinzuschauen, auch wenn ich mir manches in dem Moment anders wünsche. Zu sehen, was natürlich da ist und was nicht. Und wie schnell sich Erfahrungen zu Glaubenssätzen festsetzen und wie die Zeit und Praxis mit sich, diese wieder auflösen kann.

 

Willkommen Natürlichkeit!
Deine Brigitte

By |April 26th, 2019|Selbstheilung Körper|0 Comments

Stress – über Linderung und den Mut, an die Ursachen zu gehen

Eines der häufigsten Anliegen meiner MeditationsteilehmerInnen ist Stressreduzierung, wie zum Beispiel Stressbewältigung nach einem anstrengenden Arbeitstag. Mit diesem Artikel möchte ich auf eine andere Weise an dieses Thema herangehen als auf die herkömmliche Weise.

Normalerweise wie ich es in den letzten Jahren erlebt habe, kommen die TeilnehmerInnen aus dem anstrengenden Alltag und freuen sich auf die Ruhe im Yoga und in der Meditation. Manchmal kann die Entspannung dann so tief gehen, dass sie während der Meditation oder in Savasana im Yoga einschlafen.

In dieser doch eher kurzen Zeit hat dann der Körper etwas regeneriert, der Geist ist ruhiger geworden und möglicherweise ist auch wieder mehr Energie für den Alltag da.

ABER – und das unterscheidet Meditation zur Entspannung für zwischendurch von Meditation zur Selbstheilung – wenn wir Meditation oder Yoga auf diese Weise begreifen, wird die Entspannung nicht lange anhalten. Weil wir uns in einem Kreislauf bewegen zwischen Stress und Linderung, statt dass wir uns fühlen, an die Ursachen des Stresses gehen und bewusst etwas verändern. Es ist ähnlich, wie ich es im Artikel „Warum lösen Massagen meine Verspannungen nachhaltiger?“ beschrieben habe.

Was ist Stress und wie reagiert unser Körper darauf?

Äußere Faktoren für Stress können zum Beispiel sein:
∞ hohe Anforderungen unseres Umfelds an uns,
 Lärm,
Hitze,
Kälte,
ein Überangebot an Reizen
und intensive Ereignisse, wie der Verlust eines Menschen, Scheidung, Trennung, Unfall und so weiter.

ABER: die äußeren Faktoren führen nicht unbedingt zu Stress. Wäre das so, wären alle Menschen unter denselben Bedingungen gestresst. Nur: während zum Beispiel meine Freundin von Hitze megagestresst ist, kann sich mein Körper bei hohen Temperaturen erst richtig entspannen.

Das heißt, äußere Faktoren können uns in Stress versetzen während sie andere Menschen gar nicht berühren. Und sie sind – außer den letzteren der aufgeführten Beispiele – eher noch zu händeln, indem man sich bei Lärm distanziert oder sich etwas in die Ohren tut, oder sich abkühlt, aufwärmt und so weiter.

 

Was unser System weitaus mehr stresst als äußere Umstände, sind die inneren Faktoren, die zum Beispiel sind:

∞ Viel Aktivität und wenig Entspannung
 Ehrgeiz und perfektionistische Anforderungen von uns an uns selbst
Angst vor Ablehnung, das Bedürfnis nach Anerkennung und Beliebtsein
 Angst vor Verantwortung
Selbstzweifel und Angst vor Kritik
Nicht „nein“ sagen zu können
 Probleme, mit persönlichen und seelischen Problemen umzugehen
schlechtes Zeitmanagement

 

Wie reagiert unser System auf Stress – egal, ob durch äußere oder innere Faktoren?

In Stresssituationen arbeitet unser Körper auf Hochtouren. Stress bedeutet für uns schon seit Urzeiten Gefahr und lässt den Körper dementsprechend reagieren. Wir schütten Glucocorticoide u. a. Cortisol und Adrenalin aus. Eigentlich setzt unser Körper dadurch Energien frei, die uns kämpfen oder fliehen lassen. Sie sorgen dafür, dass Durchblutung, Herzschlag und Atemfrequenz ansteigen. Ist die Gefahr vorüber, sinken die Hormonspiegel wieder auf ihren Ausgangswert. Der Mensch ist entspannt.

Das geschieht aber zum Beispiel in bestimmten Umfeldern, wie im Büro im körperlichen Sinne nicht, so dass wir den Stress nicht abbauen können. D. h. wir produzieren permanent Stresshormone, bauen diese aber nicht oder wenig ab.

So kommt es zu Dauerstress, weil wir immer auf Höchstleistung funktionieren. Erhöhter Blutdruck, ein zum Beispiel erhöhter Blutzuckerspiegel und eine verminderte Darmtätigkeit werden über Stunden hinweg kultiviert.

 

Stress körperlich abbauen

Neurobiologisch aktivieren sowohl Sport als auch Meditation den gleichen Mechanismus: die Autoregulation des Körpers.

Was geschieht im Sport?
Beim Sport wie zum Beispiel beim Laufen werden zunächst stimulierende Botenstoffe wie Dopamin ausgeschüttet. Die Muskeln werden aktiviert und auf die bevorstehende Belastung vorbereitet. Bei angemessenem Tempo synchronisieren sich dann nach einigen Minuten Schrittfolge und Atmung. Bei der richtigen Intensität kommt der Läufer in den Flow, eine Art leichter Rauschzustand. Das Laufen fällt leicht, der Kopf ist frei und die Anstrengung kaum zu spüren.

Dieser Zustand wird vermutlich durch Endorphine hervorgerufen, die wie körpereigenes Morphium wirken. Noch stärker ist das sogenannte Runner’s High oder Läuferhoch, bei dem Langstreckenläufer einen Zustand der Euphorie erleben. Das Abbauprodukt Stickstoffmonoxid, welches die Stresshormone im Körper blockiert, wurde im Blut von Sportlern bereits nachgewiesen.

 

Was geschieht mit dem Stress, wenn wir Yoga oder Meditation machen?

Der Arzt und Stressforscher Prof. Tobias Esch, der an der Hochschule Coburg und der New York State University lehrt und forscht, hat die Hormone und Botenstoffe, die während der Meditation im Körper wirken, neurobiologisch untersucht.

Erstaunlicherweise werden zu Beginn der Meditation aktivierende Botenstoffe ausgeschüttet – u. a. Dopamin und das Stresshormon Noradrenalin. Es klingt paradox: Herz und Atmung werden erst einmal schneller. Was möglicherweise den ein oder anderen beruhigt zu lesen, da das das erste Empfinden im Sitzen sein kann und einen wieder aufhören lässt. Hält man aber wie im Sport etwas durch 😊 werden im Verlauf der Meditation, wenn das Denken fokussiert und ruhig ist, Endorphine ausgeschüttet. Die Botenstoffe blockieren die Stresshormone, weiten die Gefäße und senken den Blutdruck. Der oder die Meditierende entspannt sich.

 

Parallelen zwischen Sport und Meditation

Auch im Gehirn finden sich verblüffende Parallelen zwischen Sport und Meditation. Durch regelmäßigen Ausdauersport wird die Bildung von neuen Nervenzellen angeregt, vor allem im Hippocampus. Diese Gehirnregion spielt eine wichtige Rolle im Lern- und Belohnungssystem. Sich aktiv zu entspannen und das Stresslevel zu senken schont also nicht nur die Nerven, sondern hilft auch, das Gehirn plastisch und lernfähig zu halten.
Für die Meditation wurde derselbe Effekt nachgewiesen.
Ob durch Sport oder Meditation – beide Methoden können also wirkungsvoll Stress reduzieren.

 

Was stresst uns? Ursachen erkennen

Jetzt kann man natürlich tagsüber auf Hochtouren arbeiten bzw. den Körper und die Seele dem Dauerstress aussetzen und dann abends zur Entspannung trainieren oder meditieren. In manchen Phasen unseres Lebens ist das vielleicht auch das Einfachste, erstmal.
Für mich und meine Erfahrungen mit Laufen, Meditieren, Massieren etc. ist ein sehr effektiver Weg, darauf zu achten, was uns so sehr in Stress versetzt:

∞ ist es unsere Umgebung? Sind wir zu nah und mit zu vielen Menschen in einem Raum, wie in einem Großraumbüro oder gibt es an unserem Arbeitsplatz vielleicht sogar kein Fenster, das habe ich erlebt, als ich noch im Einzelhandel gearbeitet habe.
sind wir viel Lärm ausgesetzt und dadurch reizüberflutet?
sind es andere Menschen, die uns unter Zeitdruck setzen? Ein Abgabetermin, der eingehalten werden muss oder deren Ansprüche wir nicht genügen?
 oder sind wir es selbst, die meinen, alles in einer bestimmten Zeit schaffen zu müssen, besonders viel und gute Leistung zu erbringen aufgrund irgendwelcher Glaubenssätze oder Erfahrungen, die wir in uns tragen. Also die inneren Faktoren, die ich anfangs erwähnt habe.

Das herauszufinden ist für mich der erste Schritt, um dauerhaft etwas zu verändern.

Also erlaube dir, zu hinterfragen, was dich genau stresst. Sei mit deiner Aufmerksamkeit dabei bei deinem Atem und spüre, wie sich dein Körper anfühlt.

 

Wie Achtsamkeitspraxis im Alltag bei den äußeren Faktoren einiges verändern kann:

∞ Du kannst dir Post-its an den PC, deinen Spint in der Arbeit oder an Möbel oder Türen oder ans Lenkrad kleben, auf dem „Atmen“ oder „Durchatmen“ steht.
 Du kannst deinen Handywecker stündlich stellen, so dass du regelmäßig kurz durchatmest oder dich bewegst bzw. Übungen machst, die dir gut tun.
 Ich bin in meinen Mittagspausen früher – ich habe direkt in der Münchner Innenstadt gearbeitet – entweder in einen nahegelegenen Park oder in der Innenstadt in die Kirche gegenüber gegangen, um Ruhe zu finden und wieder zu mir zu kommen – ich muss dazu sagen, dass ich sonst keine Kirchengängerin bin. Aber es gibt Orte der Ruhe, die uns unterstützen, aus einer Spirale in unserer Umgebung wieder heraus und bei uns anzukommen.
Manchmal habe ich mir auch eine Mala – das ist eine Gebetskette aus 108 Perlen – mitgenommen und nach dem Essen 108 Mal einen Satz oder ein Mantra wiederholt, was den Geist und die Energie sofort in eine andere Richtung lenkt. Manchmal habe ich auch pro Perle einfach nur ein- oder ausgeatmet.
∞ Die Bewegung zur Arbeit oder von der Arbeit nach Hause kann auch helfen. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad oder du steigst ein oder zwei Stationen früher aus Bus, Tram oder Bahn und läufst den Rest der Strecke zu Fuß.
 und zum Beispiel auch zu schauen, was du selbst in deinem Umfeld, am Arbeitsplatz, an Vorschlägen deinem Chef gegenüber verändern kannst.

 

Ist es noch die richtige Umgebung für dich?

Dann gibt es natürlich den Punkt, wie es bei mir war, wo ich gemerkt habe, dass mich meine Umgebung zu sehr beeinflusst hat und egal, was ich getan habe, um wieder bei mir anzukommen, es hat nicht mehr gewirkt bzw. die Ablenkungen waren zu massiv. Bzw. ich wollte einfach nicht mehr, dass meine spirituelle Praxis nur dafür da ist, damit ich halbwegs gut durch den Tag komme. Darin sehe ich inzwischen auch nicht mehr den tieferen Sinn einer spirituellen Praxis. Sie hilft uns ja eher, unser Herz zu entdecken und zu lernen, ihm zu folgen, als es an einen Ort zu schicken, der nicht unserem Inneren entspricht und an dem wir dann üben, damit wir es dort aushalten.

Meine Grenze war in meiner Arbeit damals erreicht, als der Verkaufsdruck größer wurde, die Musik im Laden lauter, wir bestimmte Kleidung tragen mussten und die Fenster durch Regalwände geschlossen wurden. Ich hatte nach all den Jahren auch das Gefühl, dass es dort nichts mehr für mich zu lernen gab, also innerlich. Als ich dann im Laden stand und mir die Tränen herunterliefen, wusste ich, ich kann mir das nicht länger antun.

Ich habe damals dann um Versetzung gebeten und wurde in eine kleine familiäre Filiale in einen Vorort von München versetzt. Bis ich diese Filiale verlassen habe, um mich selbstständig zu machen, vergingen nochmal 2 Jahre, aber in diesen 2 Jahren habe ich mich wohlgefühlt und musste meine Seele nicht mehr wo hinzwingen, wo sie nicht sein möchte.

Erlaube dir also auch diese Frage zu stellen und das erfordert Mut, ob die Lebenssituation oder deine Umgebung, die dich dermaßen stresst, noch die richtige ist und wie es sich verändern ließe.

Weil was wäre die Alternative? Möchtest du Meditation nutzen, um dich zu heilen, um andere Ebenen deines Daseins kennenzulernen, um dein Leben und Beziehungen erfüllend zu gestalten oder um den Stress des Tages abzubauen von Tätigkeiten oder an Orten, die es möglicherweise für dich nicht mehr sind?

 

Innere Ursachen erkennen und verändern

Auch um die inneren Ursachen für unseren Stress zu erkennen, braucht es Mut.
Uns ehrlich hinzusetzen und uns zum Beispiel zu fragen: geht es mir um Anerkennung? Geht es mir Sicherheit? Möchte ich eine vermeintliche Harmonie aufrechterhalten? Habe ich Angst vor Konflikt? Wem oder was möchte gerecht werden?
Wenn unser Geist ruhig wird und wir uns fühlen, kann es sein, dass uns einige mentale Glaubenssätze oder Ängste begegnen, die erstmal nicht so angenehm sind. Gleichzeitig ist es eine große Chance zur Befreiung, wenn diese Dinge da sein können und wir erkennen, was uns vielleicht permanent innerlich antreibt, stresst, unter Druck setzt. In dem Erkennen selbst, liegt eine Wahl.

Wir können spüren, wie es sich anfühlt und entscheiden, ob wir das weiter in uns halten und demnach leben möchten. Wenn nicht, können wir es verändern. Erstmal, indem wir uns dessen bewusst sind. Und immer tiefer fühlen: was liegt zum Beispiel unter Glaubenssätzen wie „Ich muss“ oder „Ich darf keinen Fehler machen.“? Welche Überzeugungen? Und haben diese (noch) Berechtigung oder kommen sie aus anderen Phasen unseres Lebens und dienen uns nun nicht mehr?
Erlaube dir, zu fühlen, zu erkennen und wieder zu fühlen.

 

Dein Take-away

Nimm den Stress als Startpunkt deiner Meditation. Wende dich nicht davon ab, indem du „nur“ Entspannung suchst. Spüre dich und erlaube dir, tiefer zu gehen. Probiere, wie du durch Achtsamkeit im Alltag besser damit zurechtkommst, frage dich, ob das noch die passende Umgebung für dich ist und ergründe, welche inneren Überzeugungen Stress verursachen.

 

Ich wünsche dir viele entspannende Erkenntnisse!
Deine Brigitte

By |April 26th, 2019|Selbstheilung Körper|0 Comments

Die Bewegung der kosmischen Energie in dir

Wer oder was ist Shakti?

Es ist nur ein Name für die Energie und kosmische Kraft, die uns und alles um uns herum belebt. In Indien wird sie Shakti genannt, im Taoismus „Chi“, im deutschen  würde ich es Lebensenergie, universelle Energie oder kosmische Kraft nennen.

Shakti wird häufig als weibliche Gottheit dargestellt, die sich mit der männlichen Gottheit Shiva vereint. Ich möchte hier nur weniger über die Gottheiten sprechen und auch weniger auf das Weibliche oder Männliche eingehen, sondern vielmehr auf das für uns oder für dich direkt Greifbare, Erlebbare.

In Indien und im Taoismus (dort wird sie als „Chi“ bezeichnet) ist Shakti der dynamische Aspekt des Göttlichen, die in uns ist, aber auch den gesamten Kosmos belebt, eine allumfassende Lebensenergie – das Wunder allen Lebens.

Sie ist die Energie, die alles belebt und nicht vergeht.

 

Wie erleben wir diese Energie?

Shakti kannst du bei jedem Atemzug bemerken. Shakti lässt dich atmen. Shakti lässt dein Herz schlagen, sie lässt das Blut durch deinen Körper pulsieren. Shakti lässt dich fühlen, tanzen, lachen, weinen. Alles, wo Energie fließen darf, ist belebt von ihr. Dort, wo die Energie nicht fließt, ist Shakti gebunden.

Das bedeutet: halten wir Gefühle in uns, also weinen wir nicht, wenn wir traurig sind, lachen wir nicht, wenn wir etwas lustig finden, unterdrücken wir Angst, Freude, Wut und so weiter, blockieren wir den Energiefluss in uns. Und das können wir spüren. Ganz körperlich, weil wir uns in manchen Bereichen verspannt oder blockiert fühlen, erschöpft sind oder emotional, wenn wir uns zum Beispiel gar nicht mehr erinnern können, wann wir zuletzt geweint oder gelacht haben.

Sehr intensiv können wir diese wunderschöne Kraft in der Sexualität erleben.

 

Wie können wir nun diese Energie wieder zum Fließen bringen bzw. auf längere Sicht dafür sorgen, dass sie frei fließen kann?

  • Eine sehr naheliegende Möglichkeit ist, dass wir mit unserer Aufmerksamkeit beim Atem sind. Dass wir unserem Atem mehr Aufmerksamkeit schenken als unseren Gedanken. Sobald wir das tun, können wir körperlich sofort spüren, wie sich die Energie in unserem Körper verändert. Das können wir in unserer Meditation tun, dort können wir es erstmal besonders gut wahrnehmen, weil wir wenig Ablenkung haben und die aufrechte Körperposition den Energiefluss unterstützt, aber wir können es auch in unserem Alltag erleben.

  • Eine weitere Möglichkeit ist, dann zum Beispiel in der Meditation, alles da sein zu lassen, was in unserem Geist und in unserem Herzen auftaucht. Wir lehnen keinen Gedanken ab, kein Gefühl, keine Körperempfindungen. Indem wir uns so sein lassen, lassen wir das Leben in uns sein. Wir unterdrücken nichts, wir lenken uns nicht ab, aber wir verstärken auch nichts, indem wir uns darauf fokussieren und lernen den Fluss des Lebens, die Impulse des Lebens in uns kennen.
  • Dabei können wir auch die unterschiedlichsten Ursachen kennenlernen, die es in uns womöglich nicht zulassen, dass die Energie frei fließen kann, also warum wir manche Emotionen und Gedanken, die unterschwellig da sind, vielleicht gar nicht erst auftauchen, also ins Bewusstsein, kommen lassen.
  • Yoga-Asanas aktivieren Shakti permanent. In Asanas stimulieren wir durchgehend den Energiefluss – wenn wir uns auf den Atem ausrichten, im Körper und Fühlen sind und der Körper immer tiefer loslassen kann.
  • Energieübertragungen eines spirituellen Lehrers oder Mediums können ein Feuerwerk der Shakti in unserem Körper verursachen. Und da spreche ich aus Erfahrung, weil ich das seit Jahren bei meinem Lehrer erleben kann. Es wird dabei – zumindest, wie ich es erlebe – göttliche Energie übertragen – durch einen Blick, durch Handauflegen, durch Worte –, die auf die göttliche Energie in mir trifft, sie aktiviert und dieser hilft, sich immer freier im Körper zu bewegen.

 

Sie macht sich den Weg frei

Je nachdem wie blockiert ich bin oder was ich dieser Energie in den Weg stelle, also auch unbewusst, umso intensiver ist der körperliche Prozess, weil die Energie an die Blockaden stößt. Je freier die Energie fließen kann, umso feiner wird es und umso sanfter ist der körperliche Prozess.

Und insbesondere in diesem Prozess, werden unsere Blockaden ganz deutlich sichtbar und fühlbar. Also wenn der Körper zuckt oder sich aufbäumt oder wie auch immer, kann ich nicht leugnen, dass etwas die Energie in mir blockiert 😊und zugleich ist die Energie schon da und versucht, die Blockaden zu lösen.

Was dann bei mir häufig der Fall ist, ist, dass dann schon ein Schmerz auftauchen kann und fühlbar wird, vielleicht auch mal ein Lachen, ein Stöhnen, was auch immer, aber der Fokus liegt nicht darauf. Sobald ich nämlich in dem Prozess versuche nachzudenken, oder an etwas festzuhalten, stoppe ich sofort den Energiefluss. Verbinde ich mich mit der Energie, gebe mich ihr hin, kann sie sozusagen all meinen – ich benutze mal das unschöne Wort – „Müll“ nach oben an die Oberfläche schieben. Und wenn ich sage, mich ihr hingeben, beinhaltet das natürlich ein gewisses Vertrauen. Ein Feld des Vertrauens, das durch denjenigen, der die Energie überträgt geschaffen ist und / bzw. das ich in diesen Prozess habe und das sich bei mir zumindest lange Zeit entwickelt hat durch immer wieder diese Prozesse und meine eigene Meditationspraxis.

 

Reinigung und neue Möglichkeiten tun sich auf

Das, was ich hier beschreibe, ist wie eine Reinigung. Alles, was nicht zu mir gehört, was nicht wahrhaftig ist, wird hinweggespült. Sie befreit Körper und Seele.

Alle negativen Emotionen, limitierenden Denkmuster und karmischen Verhaftungen werden gereinigt. Das kann eben manchmal auch schmerzvoll sein, da es bedeutet, sich von etwas zu trennen, was man bisher nicht loslassen wollte. Aber es ist unglaublich befreiend. Und ein Segen, wenn sich diese Dinge verabschieden dürfen.

Weil es zum einen so leicht wird in einem und heilend auf allen Ebenen – psychisch, emotional, körperlich, seelisch wirkt und auf einmal gelebt werden kann, was vorher nicht gelebt werden konnte oder überhaupt nicht als Möglichkeit präsent war. Bei mir war es zumindest nach den Behandlungen so. Da erinnere ich mich zum Beispiel an eine ganz intensive Energiebehandlung, in der mein Körper viel ausagiert und losgelassen hat. Davor habe ich Menschen vorher kaum berührt und Nähe nur selten (außer mit meinem Partner) zugelassen.  Ein paar Tage snach der Behandlung habe ich mich zu einer Massage-Ausbildung angemeldet.

Was ich damit meine, ist, dass mit dem Befreien dieser Energie sich viele Möglichkeiten im Leben eröffnen, die es vorher nicht gab oder die zumindest nicht erlebbar, fühlbar, greifbar waren.


„Shakti weiß genau, was sie zu tun hat.
Daher ist es notwendig ihr all den Raum zu geben, die sie für ihre Entfaltung braucht.“
(Daniel Hertlein)

 

Dein Take away

Und das ist das Wunderschöne an dieser Energie und weshalb ich dich mit diesem Blog inspirieren oder unterstützen möchte: sie ist so unglaublich intelligent. So intelligent, wie unser gewöhnliches Denken oder Bewusstsein nie sein können. Und so schöpferisch. Je mehr wir mit ihr verbunden sind und ihr vertrauen, umso mehr wird sie unser Leben mit Ideen anreichern und uns darin unterstützen, unser Leben heilsam und kreativ zu gestalten.

 

Deine Brigitte

By |April 21st, 2019|Selbstheilung Körper|0 Comments

Wie eine Woche meditieren und schweigen begann, mein Leben zu verändern

Macht dich Meditation neugierig? Hat Meditation eine besondere Anziehung auf dich? Möchtest du anfangen zu meditieren und weißt noch nicht, wie? Oder wenn du schon länger meditierst, wie hast du damit begonnen?

In diesem Artikel möchte ich meine ersten Meditationen mit dir teilen und wie der Beginn mein Leben nach und nach verändert hat. Vielleicht findest du beim Lesen ja Inspirationen für dich oder erkennst manches aus deinen Erfahrungen wieder.

 

Es begann mit einem Flyer über die „Rückkehr in die Stille“

Wir reisen zurück in meine Semesterferien im Februar 2007.

Ich war damals bereits zwei Jahre regelmäßig im Yoga bei meinem Lehrer Daniel als er eine Woche Retreat in einem Kloster mit Schweigen und Meditation angeboten hat. Das Retreat stand unter dem Titel „Rückkehr in die Stille“ und als ich das auf dem Flyer las, wusste ich sofort, dass ich dahin muss. Stille war super! Und schweigen noch mehr, da ich bei fremden Menschen damals noch recht schüchtern und zurückhaltend war. Also rundum perfekt für mich!

 

Auch das Sitzen will vorbereitet sein …

Ich freute mich riesig darauf. Es war etwas ganz Besonderes für mich. Und ich wollte mich irgendwie darauf vorbereiten.

Der Tagesplan, der auf dem Flyer stand, bestand aus Sitz- und Gehmeditationen, Yoga und einem Zusammensein, in dem mein Lehrer über die Praxis und das sprach, was in dem Moment präsent war. Als ich las, dass wir 40 Minuten und länger am Stück sitzen würden, dachte ich mir: „Darauf sollte ich mich vorbereiten. Das schaffe ich sonst nicht.“

Ich besorgte mir ein Meditationskissen und hatte allein schon totale Freude, es auszusuchen: die Farbe, die Form, das Muster obendrauf. Ich würde ja ziemlich viel Zeit darauf verbringen.

Also mein Sitzkissen war ungefähr eine Woche vor dem Retreat da. Weil ich generell immer gerne vorbereitet zu Kursen oder Seminaren gehe und mich vorher mit dem beschäftige, wozu ich mich angemeldet habe, wollte ich jetzt das Sitzen üben.

So habe ich mich jeden Tag auf mein wunderschönes Kissen gesetzt, in einer kleinen Ecke des Wohnzimmers von meinem damaligen Mann und mir, und habe morgens und abends den Wecker auf 5-10 Minuten gestellt, kurz vor dem Retreat auch mal 15 Minuten.

Ich hatte keine Ahnung vom Meditieren. Daher bin ich einfach nur auf dem Kissen gesessen. Aber allein das hat schon Freude gemacht. Es hat sich ganz besonders angefühlt.

 

Je näher das Retreat, umso größer die Angst

Ungefähr einen Tag vor dem Retreat hatte ich aber auf einmal Bammel. War das die richtige Entscheidung? Was erwartet mich da? Wäre es nicht besser daheim zu bleiben? Eine Stimme in mir meinte auf einmal, dass es besser wäre, nicht mitzufahren und verursachte ein flaues Gefühl der Angst in meinem Bauch.

Da ich mir im Absagen aber – in dem Fall zum Glück – schon immer im Leben schwer getan habe und schon alles bezahlt und organisiert war, bin ich mitsamt diesem Angstgefühl im Bauch dorthin gefahren.

Einführung in etwas für mich ganz Besonderes

Auf dem Retreat im Kloster waren wir eine kleine Gruppe mit einigen, die ich vom Sehen aus den Yoga-Stunden kannte.

Am ersten Abend gab mein Lehrer eine Einführung in die Sitzhaltung, die innere Ausrichtung im Sitzen und die Gehmeditation. Obwohl alles so ruhig war, war es unglaublich aufregend für mich. So als hätte ich Geheimnisse des Lebens erklärt bekommen oder den Schlüssel für etwas ganz Besonderes, das ich aber noch nicht kannte.

Heute kann ich sagen, es war der Beginn der wichtigsten Reise für mich – in ein Leben, das sich von da an aus der Meditation formen durfte und darf. Und dadurch das kostbarste Geschenk für mich.

Aber wieder zurück zu 2007 🙂

 

Abgefahrene Erfahrungen

Woran ich mich noch genau erinnere, ist diese besondere Atmosphäre gewesen: still, tief, respektvoll, liebevoll und trotz schweigen sehr humorvoll.

Jede/r konnte so sein, wie sie oder er ist, mein Nutella (nach dem ich damals noch süchtig war) wurde liebevoll mitaufgenommen (was bei solchen Retreats nicht selbstverständlich ist) und so habe ich mich unglaublich aufgehoben und wohl gefühlt.

Das Sitzen ging für mich prima und als das erste Mal mein Lehrer hinter mir stand als wir meditiert haben, habe ich in meinem Rücken ganz viele Farben und Energiestränge wahrgenommen. Daran erinnere ich mich heute noch. Vor allem, weil ich es in der Form seitdem nicht noch einmal erlebt habe. Das fand ich damals ziemlich abgefahren, vor allem, weil es weg war, sobald Daniel nicht mehr hinter mir stand.

 

Das Universum verliert nichts

Was mein Lehrer gesprochen hat in den Meditationen, im Yoga und im Zusammensein wie in einem Satsang ging sehr tief. Wir TeilnehmerInnen haben zwar nichts gesagt, aber ich hatte das Gefühl, er hat mit seinen Worten alles abgeholt, was so in uns bzw. in mir war.

Es ging dabei viel um die Praxis, aber auch um ganz konkrete Bezüge zum Leben. So flog während einer Meditation eine Fliege durch den Raum. Als sie am Boden saß, hielt Daniel seine Hand über sie. Er wollte sie dann zum Fenster tragen, glaube ich. Doch als er die Hand hob, startete die Fliege durch und flog direkt in ein Teelicht und es war nur noch ein leises Zischen zu hören.

In dem „Vortrag“ danach ging Daniel darauf ein und fragte:

„Was ist das für eine Energie, die durch uns fließt? Die uns lebendig macht, uns pulsiert, uns atmet?
Was geschieht mit dieser Energie in dem Augenblick, wo die Fliege in Kontakt mit der Flamme kommt?
Die Hülle fällt … doch was ist mit dieser Energie?“

Er hat noch weiter darüber gesprochen und es gibt den Text davon in einem seiner Bücher, aber auf dieses Thema möchte ich ein anderes Mal ausführlicher eingehen. Es hat mich total berührt. Und wenn ich zurückdenke, kann ich mich an nicht mehr sehr viel von dem Retreat konkret erinnern. Aber an diesen Tag und diesen Vortrag schon. Der war ganz besonders. Und doch klang es mir nicht fremd. Etwas in mir hat überhaupt nicht in Frage gestellt, was er sagte oder fragte. Möglicherweise auch, weil er so viel Platz geschenkt hat, so dass man durch die Meditationspraxis selbst seine Antworten finden kann.

 

Veränderungen, die nach dem Retreat ins Leben kamen …

Woran ich mich also konkret aus dem Retreat erinnern kann, ist gar nicht so viel, aber das was blieb, hinterließ berührende Spuren in mir: das liebevolle, achtsame Zusammensein, die tiefen Worte von Daniel, das für mich spektakuläre Erleben beim Meditieren, die Stille, das Auf- und Angenommensein, so wie ich war.

Woran ich mich aber besonders erinnere, ist die Zeit direkt nachdem ich von dem Retreat nach Hause gekommen bin:
Ich konnte und wollte morgens kein Radio mehr hören. Was mir morgens geholfen hat, um mich nicht allein zu fühlen und wach zu werden, hat mich nun mehr gestört. Ich war fast gar nicht mehr an meinen Fernsehserien interessiert und damals war ich ein echter Serienjunkie.

Ich habe immer wieder die Ruhe gesucht und habe von da an jeden Tag morgens und abends meditiert. Zwar viel kürzer als auf dem Retreat, also zwischen 10 und 30 Minuten, aber das hat von da an so zu meinem Tag gehört, wie vorher die Lieblingsserie oder das Radio.

Meinen Sitzplatz habe ich dann vom Wohn- ins Schlafzimmer verlegt, damit mein Mann und ich uns nicht gegenseitig stören und dort habe ich von da an direkt neben dem Bett meditiert. Und als meditieren würde ich bezeichnen: die Übungen von Daniel gemacht und mein Leben gespürt. Mit „mein Leben gespürt“ meine ich, dass Meditation für mich in den ersten Monaten wie ein Ventil zur Verarbeitung des Tages war. Auf dem Sitzkissen habe ich erstmal alle Gefühle verarbeitet, die da waren. Und das hat mir dann nach und nach mit den Übungen und dem weiteren gemeinsamen Meditieren mit Daniel gezeigt, was in meinem Leben passt, was ich verändern möchte, wo es mich hinzieht und so weiter. Also von da an, gingen eigentlich alle Prozesse los: innere Erlebnisse und viele Veränderungen in meinem Leben.

Zum Glück waren die Gruppe des Retreats und Daniel auch in München und es gab regelmäßig Kurse und Begleitung. Sonst hätte ich die Schritte der Veränderung in meinem Leben, die aus der Meditationspraxis folgten, nicht so machen können. Das Meditieren allein verändert viel, aber das Begleitetwerden finde ich rückblickend und bis heute für mich unverzichtbar. Nicht aus Abhängigkeit, sondern weil man egal, was man lernt und vor allem, wenn man sich entwickeln möchte, einen Menschen braucht, der schon weiter ist als man selbst. Sonst nimmt man auf dem eigenen inneren Weg unnötige Umwege und Abzweigungen. Aber darauf möchte ich auch an anderer Stelle nochmal eingehen.

 

Dein Take away

Was berührt dich an der Geschichte? Was bedeutet Meditation für dich?
Um in diese Praxis einzutauchen, macht es für mich sehr viel Sinn, das gewohnte Umfeld für ein paar Tage zu verlassen, sich zurückzuziehen und in Begleitung zu meditieren.
Nur sei dir bewusst, dass es möglicherweise einiges verändern kann 😊

 

Ich wünsche dir einen wunderschönen Einstieg in die Meditation oder in ein vielleicht sogar ganzes Retreat dafür!
Deine Brigitte

 

P.S.: Der vollständige Text „Das Universum verliert nichts“ ist im Buch „Rückkehr in die Stille“ von Daniel Hertlein zu finden. Übrigens ist das ganze Buch aus den Mitschriften aus dieser Woche Retreat entstanden und schenkt einen schönen Einblick in die mit dem Leben verbundene Meditationspraxis. https://yogische-lebenskunst.de/produkt/rueckkehr-in-die-stille/

By |April 20th, 2019|Selbstheilung Körper|0 Comments

Check up: Wie ist deine Verbindung zu deiner sexuellen Urkraft?


Die sexuelle Urkraft ist eine unglaublich starke und schöpferische Energie.
Je freier sie in dir fließen kann, umso mehr Energie steht dir zur Verfügung, um dein Leben kreativ und erfüllend zu gestalten.

Energetisch betrachtet

Die sexuelle Kraft ist eine der größten Kräfte im Universum. Und in unserem Körper erlebt ebenfalls eine der intensivsten. Wir sind aus dieser Kraft entstanden, aus dieser Kraft wurden wir gezeugt. Sie ist schöpferisch, bringt Leben hervor.
Je freier sie sich in uns bewegen kann, umso ausgeglichener ist unser Energiesystem. Blockieren wir sie – vielleicht auch unbewusst – steht uns diese Energie zum einen nicht zur Verfügung, zum anderen fehlt uns die Energie, die wir dafür verwenden, um sie zu unterdrücken.
Also schon rein aus energetischer Sicht betrachtet, macht es Sinn, uns mit unserer Beziehung zu Sexualität auseinanderzusetzen. 🙂 Und mit Auseinandersetzen meine ich, sie zu hinterfragen und zu erspüren.

Und die gute Nachricht ist: du brauchst nicht unbedingt einen Partner, um diese Kraft immer mehr in dir zu befreien. Vielleicht fragst du dich jetzt: „Wie kann sie sich denn immer mehr oder noch mehr befreien?“

Frage dich und erkenne. Mehr gibt es (erstmal) nicht zu tun.

Heute möchte ich dir ein paar Fragen stellen, die ich mir immer wieder gestellt habe und weiterhin stelle, die mich erkennen lassen, was möglicherweise mich im Leben meiner Sexualität behindert bzw. wo ich ansetzen kann, damit sich manche Schranken lösen können.
Bei den Fragen geht es nicht gleich darum, sie sofort zu beantworten oder es gleich verändern zu wollen, wenn du dich blockiert fühlst, sondern tatsächlich erstmal einfach nur zu bemerken und zu fühlen. In dem Erkennen selbst kommst du dem Lösen einer Blockade schon einen Schritt näher.

 

Wo lebst du die Verbindung schon? Wo könnte sie noch freier fließen? Lerne dich einfach kennen.

– Welche Beziehung hast du zu deinem Körper? Und speziell: wie erlebst du deinen Beckenraum?

– Wie frei erlaubst du dir, deine Sexualität zum Ausdruck zu bringen? Darüber zu lesen oder zu sprechen?

– Wie denkst du über Sexualität? Also welche Konditionierungen bezüglich Sexualität trägst du in dir? D. h. wie hat dich deine Kindheit geprägt? Wie hast du es bei deinen Eltern gelebt gesehen? Welche gesellschaftlichen Konstrukte hast du dir angeeignet?

– Welche Erfahrungen hast du in deinem Leben bisher gemacht?

Vielleicht hast du bei einigen Fragen sofort spontan ein Gefühl oder eine Antwort. Schau einfach, was in dir in Resonanz geht. Und wie gesagt, es geht heute in erster Linie darum, dich kennenzulernen und nicht gleich etwas anders haben zu wollen.

 

Wie ist deine Beziehung zu deinem Körper, zu deinem Beckenraum?

Wie ist deine Beziehung zu deinem Körper? Wie fühlst du dich? Was an dir kannst du gut annehmen? Was nicht? Was würdest du gerne verändern? Wie gehst du mit deinem Körper um? Berührst du dich bewusst? Auch hier tatsächlich nur bemerken. Und wo du dich nicht annehmen kannst, erstmal nur bemerken, dass du dich nicht annehmen kannst, ohne es gleich anders haben zu wollen.

Dann gehe mit deiner Aufmerksamkeit zu deinem Beckenraum. Schenke dir jetzt oder nach dem Lesen oder heute Abend vor dem Einschlafen ein paar Minuten Zeit, um deinen Körper zu entspannen und dich innerlich mit deinem Beckenraum zu verbinden. Du kannst auch gerne deine Hände auf den Bereich legen und dann erstmal nur spüren, ob du da hineinatmen kannst, wie belebt dieser Bereich ist. Fühlt er sich fest oder weich an? Kann sich der Atem dort bewegen? Welche Gedanken, Bilder, Gefühle hast du, wenn du dich mit dem Bereich verbindest?

 

Wie frei erlaubst du dir, deine Sexualität zum Ausdruck zu bringen? Darüber zu lesen oder zu sprechen?

An dieser Stelle ein paar Beispiele, die ich von mir und anderen kenne: Ist es dir peinlich in der Öffentlichkeit darüber zu sprechen? Aus Angst jemand könnte mithören? Naja, gerade beim Thema Sexualität werden die Ohren um uns herum meist größer, gerade weil noch immer wenig darüber gesprochen wird … aber man könnte ja auch denken, „Na gut, vielleicht inspiriere ich ja die Leute am Nachbarstisch.“ oder jemand neben mir in der U-Bahn denkt, „Zum Glück habe nicht nur ich dieses Problem“. Oder wie auch immer.

Ansonsten: sprichst du mit deinen Kumpels oder Freundinnen darüber? Und wenn ja, wie weit darf es gehen? Oder stellen wir gerade die interessanten Fragen nicht, weil es zu intim werden könnte?

Mir hat es geholfen, zu denken, dass ich ja auch frage, ob jemand schon einmal Erfahrungen mit dem und dem Auto gemacht hat oder was eine andere Frau bei Schmerzen während der Periode einnimmt oder welche Zutat in dem Essen ist, das mir gerade besonders gut schmeckt. Also warum nicht erzählen, fragen, was die Sexualität betrifft? Wir können uns ja gegenseitig unglaublich inspirierenI

Mich hat es zum Beispiel noch mehr geöffnet, mir Podcasts über Sexualität anzuhören, wo einfach über alles gesprochen wird. Wo kein Blatt vor den Mund genommen wird. Und sich mir dadurch überhaupt erst manche neuen Bereiche in der Sexualität eröffnet haben, über die sonst nicht gesprochen wird. Seitdem fällt es mir selbst noch leichter, darüber zu sprechen. Wobei dem Gegenüber natürlich immer freigestellt ist, auf Fragen zu antworten. Aber bisher haben sich alle gefreut, auch mal von sich etwas aus diesem Lebensbereich erzählen zu können.  

  

Wie denkst du über Sexualität? Also welche Konditionierungen bezüglich Sexualität trägst du in dir? D. h. wie hat dich deine Kindheit geprägt? Wie hast du es bei deinen Eltern gelebt gesehen? Welche gesellschaftlichen Konstrukte hast du dir angeeignet?

Das ist ein sehr umfassendes Thema, dem ich sicherlich noch einen Extra-Artikel widmen werde.

Gerade, was Sexualität betrifft, begegnen mir in meinen Gedanken und/oder in Gesprächen mit Anderen Sätze wie „Das macht man nicht.“ Oder „Das darf man nicht.“ Naja, also wer ist „man“ und „wieso nicht?“. Zumindest mal in Frage stellen.

Auch das Thema, das wir gerade hatten, dass man über Sexualität spricht. Es ist doch auch ein Bereich unseres Lebens.

Also wie wurden wir erzogen, wie hat die Gesellschaft uns geprägt? Oder auch das Land und der Kontinent, in dem wir leben? Mir hat mal jemand ein Video gezeigt, in dem ein Mann, ich glaube aus dem Osten, interviewt wurde, der ziemlich viele Frauen hatte. Und er hat dann dem Reporter die Frage gestellt, wie viele Frauen er denn hätte. Als dieser sagte eine, konnte der Mann gar nicht mehr aufhören zu lachen und klopfte ihm liebevoll, aber auch voller Mitgefühl auf die Schulter.

Was ich damit sagen will: treten wir aus unserem gewohnten Umfeld heraus, wird es schon ein paar hundert Kilometer weiter anders gelebt.

Also, was sind unsere Konzepte und wollen wir sie kennenlernen, um auch darüber hinauszugehen? Um kennenzulernen, wie wir was leben möchten? Und nicht „man“. Um das zu erfühlen? Aber dann geben wir uns überhaupt die Möglichkeit, das auszuprobieren. Sonst sind die Grenzen in unserem Geist ja sehr eng gesetzt.

  

Welche Erfahrungen hast du in deinem Leben bisher gemacht?

Die Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben, prägen uns. Insbesondere in Verbindung mit einem Partner oder den Partnern. Wurden wir verletzt, werden wir uns in Zukunft wahrscheinlich schützen, waren wir dem Partner sexuell zu wenig, können wir denken, wir haben halt kein Lustempfinden. Waren wir dem Partner in unserer Leidenschaft oder was auch immer zu viel, versuchen wir uns beim Nächsten oder bei der Nächsten vielleicht zurückzuhalten, weil wir nicht überfordern wollen. Beides sind Beispiele, die ich erlebt habe und die mich tatsächlich lange Zeit begleitet haben.

Bis ich andere Erfahrungen gemacht habe und dann im Kopf etwas passiert ist, wie „Ah, ich bin gar nicht zu viel …“ in meiner Lust oder meinem Bedürfnis nach Nähe und Körperlichkeit oder was auch immer … Was dann aber tatsächlich davor wie ein Herantasten und Beobachten war. Also ich zeige einen Teil davon und schaue, wie es angenommen wird, ich zeige mehr und schaue wieder … bis ich gemerkt habe, hey alles okay, alles normal. Inzwischen teste ich das nicht mehr aus. Aber damals war das so.

Was ich damit sagen möchte, ist, welche Erfahrungen haben wir gemacht? Mit wem, in welchem Umfeld?

Und was schlussfolgern wir vielleicht daraus? Und zu bemerken, dass unsere Schlussfolgerung wie bei mir das „Ich bin zu wenig.“ oder „Ich bin zu viel.“ nur ein Blickwinkel von mir ist und sich mit einem anderen Menschen, in einem anderen Umfeld alles schon ganz anders anfühlen kann.

D.h. meine Erfahrungen sind erstmal meine Erfahrungen, die sich aber sofort ändern können. Und sich auch unabhängig davon verändern können, wenn wir meditieren, wenn wir nach innen schauen und bemerken, dass das nur weitere geistige Konstrukte sind, die wir uns angeeignet haben und die uns unnötig begrenzen, wenn wir sie in uns halten.

 

Dein Take away

Bemerke im Alltag, wie deine Beziehung zu deinem Körper ist, wie du über Sexualität denkst, sprichst, wie sehr dich deine bisherigen Erfahrungen, deine Umgebung geprägt und beeinflusst haben.
Bemerke erstmal nur.

Das Erkennen deiner Prägungen, Erfahrungen, mentalen Strukturen öffnet schon eine Türe zu weiteren Möglichkeiten.

Happy freeing,
Brigitte

By |April 18th, 2019|Selbstheilung Körper|0 Comments